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Wirtschaft und Handel

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Landwirtschaft

Das Mansfelder Land verfügt zum Teil über sehr fruchtbare Böden, die Lößerdeschicht ist stellenweise noch bis zu einer Tiefe von 0,5 – 1,5 Metern vorhanden. Die Vegetationszeit beträgt 220 – 230 Tage im Jahr.

Zu Augsdorf gehört eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 452 Hektar.
Das fruchtbare Ackerland wurde vor 1945 hauptsächlich von den großen Gütern der Umgebung bewirtschaftet und 1945 im Rahmen der Bodenreform aufgeteilt.
 
Nach den Besitzverhältnissen wurden die Bauern oder Landwirte in den alten Unterlagen verschieden benannt, es gab:

  • Gutsherren, Grundherren oder Anspänner
      das waren größere Höfe, die mit Mägden, Knechten und Tagelöhnern
      den Hof bewirtschafteten

  • Coßathen oder Kossathen
      kleinere Höfe, die von Familienmitgliedern bewirtschaftet wurden.
      Im Mittelalter waren sie abhängige Kleinbauern und zum Frondienst
      beim Feudalherren verpflichtet. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten,
      gingen viele noch einem anderen Erwerb nach.
Alte Bauernhäuser in der alten Dorfstraße
Alte Bauernhäuser in der alten Dorfstraße

Ziele der Bodenreform:
  • Bestehende Bauernhöfe mit einer Ackerfläche unter 5 ha zu vergrößern
  • Bereitstellung von Land für landlose Bauern und Landarbeiter
  • Vergabe von Land an Umsiedler und Flüchtlinge für einen Neuanfang
  • Bessere Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln
Um diese Ziele verwirklichen zu können, wurden diejenigen Bauernhöfe, die über einen Besitz von über 100 ha verfügten, enteignet. Ebenso fiel das Eigentum von ehemaligen Kriegsverbrechern unter die Enteignung, aus diesen Flächen bildete man einen Bodenfond. Es gründeten sich Gemeinde- und Kreisbodenkommissionen, welche bis zum 25.09.1945 mit der Bestandsaufnahme des zu verteilenden Bodens beauftragt waren.
Bodenreformurkunde
Bodenreformurkunde




Da Augsdorfer Bauern nicht unter die Bodenreform fielen, kam es zur Vergabe von Flächen aus dem ehemaligen Besitz des Barons von Krossigk aus Helmsdorf. Durch die Gemeindebodenkommission wurde an neun Augsdorfer Neubauern Ackerland verteilt.



 

Eine weitere positive Entwicklung für die Landwirtschaft brachte die Revolution von 1848 mit einer weiteren Reformgesetzgebung. Die Ablösung der Feudallasten an die Grundherren regelte das letzte Reformgesetz von 1850. Der Staat übernahm die Zahllast der Bauern durch die Rentenbank, eine staatliche landwirtschaftliche Kreditorganisation. In einer jährlich zu zahlenden Rente über einen Zeitraum von 56 Jahren musste das Darlehen an die Rentenbank getilgt werden. Der Lehnherr hatte nun seinen Einfluss verloren, aber die Besitzer der kleinen Höfe wurden trotzdem nicht froh, denn die Abzahlung der Schulden an die Rentenbank war kaum zu erwirtschaften. Oft gab es nur noch eine Möglichkeit sich von dem Schuldenberg zu befreien, der Verkauf von Grund und Boden. Somit ging aber auch die Existenzgrundlage verloren. Aus den Bauern wurden Proletarier, viele von ihnen wanderten aus. In der Landwirtschaft gab es keine Altersversorgung. Die Alten, nicht mehr wirtschaftenden Familienmitglieder, wie auch minderjährige und ledige Geschwister, mussten vom Hofnachfolger ernährt werden. Als Altbesitzer oder Altenteiler bezeichnet, hatten sie Unterhalt und Wohnrecht bis an ihr Lebensende frei, oft waren ihre Ansprüche an den Erben vertraglich geregelt.

Die Startbedingungen der Neubauern waren sehr schwierig. Ungenügendes fachliches Wissen, zu wenig Saat- und Pflanzgut, der Mangel an Bodenbearbeitungsgeräten und andere Widrigkeiten hemmten den Neuanfang. Für die Versorgung der Bevölkerung mussten außer Getreide, Rüben und Kartoffeln auch Gemüse und Tabak angebaut werden. In den Viehbeständen kam es oft zu Seuchenausbrüchen wie der Maul- und Klauenseuche oder der Schweinepest, die zu großen wirtschaftlichen Verlusten führten. Die landwirtschaftlichen Betriebe von Tilo Köke, Otto Endlich, Hans Köhler und Georg Knabe mussten ihre Höfe unter "Druck"aufgeben und wanderten 1953 in die BRD aus. Am 01.03.1953 gründete sich die LPG „Helmut Just“ Typ III in Augsdorf. Ihr erster Vorsitzender war Kurt Hilmer.

Pferde
Auch das Pferd kam neben den geliehenen Maschinenpark noch lange zum Einsatz
Sie hatte 56 Mitglieder und eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 315 Hektar. Vier noch selbstständig wirtschaftende Bauern gründeten die LPG Typ I. Diese waren Paul Wilke, Max Endlich, Hans Kaufmann und Kurt Lehmann. Durch die gegenseitige Hilfe zwischen den privaten Bauern und der LPG gelang es gemeinsam, mit den vorhandenen Maschinen der Bauern und der MAS (Maschinen-Ausleihstation, aus der sich später die MTS -Maschinen-Traktoren-Station gründete) die Ernte zu bergen. Die Mobilisierung von freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung für die Kartoffelernte ermöglichte eine schnelle Ernte. Zur Kontrolle der Tiergesundheit und der Einhaltung des Seuchenschutzes gab es Tierseuchenkollektive in jedem Dorf. Manche können sich vielleicht noch erinnern, dass vor jedem Stalleingang eine Seuchenwanne mit Desinfektionsmitteln angelegt war.



Im Jahr 1958 errichtete die LPG den Kuhstall am Ortseingang. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Hühnerfarm. Sie befand sich auf dem Feld, gegenüber dem Grundstück, Alte Dorfstraße 1. Es wurden dort nur Hühner zur Eier- und Schlachtgeflügelproduktion gehalten und später folgte noch die Haltung von Enten. Für das Wassergeflügel legten die Genossenschaftsbauer sogar Teiche an. So konnten ca. 3000 Mastenten pro Jahr nach Halle an den Schlachthof abgeliefert werden. Ende der 60-Jahre wurde die Geflügelhaltung eingestellt und die Ställe abgerissen und als Ackerfläche genutzt. Eine besondere Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln kam dem „VEB Großhandel Obst, Gemüse und Speisekartoffeln Querfurt, Betriebsteil Eisleben“ zu. Die von den Produktionsgenossenschaften erzeugten Speisekartoffeln wurden durch diesen Betrieb weiter gehandelt. Kartoffeln von unseren Feldern gingen so bis nach Russland.

Ortsansicht von Westen auf Augsdorf
Ortsansicht von Westen auf Augsdorf
Es gab in den 80er–Jahren eine Kartoffelsortieranlage in Thondorf, die im Herbst in Dreischichtsystem arbeitete. Sie wurde nicht nur von Augsdorfer LPG-Frauen bedient. Rüstige Rentner und Hausfrauen aus dem Ort verdienten sich hier ein paar Mark während der Saison dazu. In der DDR-Zeit gab es keine Kartoffeln im Konsum zu kaufen. Die örtliche LPG lieferte im Herbst die bestellten Speisekartoffeln frei Haus. Ein weiteres Beispiel der Planwirtschaft war 1985 der Bau des Staubeckens auf der Pfingstwiese durch die LPG. Damit sollten 60 Hektar Bewässerungsfläche links und rechts vom Bachlauf geschaffen werden. Der Grundgedanke war wohl, das Wasser des Röstebachs kostengünstig für die Beregnung einzusetzen. Ein Nutzen aus dieser Anlage kam nie zustande. In der Landwirtschaft waren bis zur Wende viele Augsdorfer in der Pflanzen- oder Tierproduktion beschäftigt. Mit der Liquidation der Betriebe entfielen diese Arbeitsplätze.

In der Landwirtschaft waren bis zur Wende viele Augsdorfer in der Pflanzen- oder Tierproduktion beschäftigt. Mit der Auflösung der Betriebe entfielen diese Arbeitsplätze und die Augsdorfer mussten nach neuen Arbeitsplätzen in der Nähe aber auch in größerer Entfernung suchen. Die Bevölkerung schwindet seitdem immer weiter, aktuell werden noch 572 Einwohner gezählt (31.12.2007). Das entspricht 127 Einwohner je km². Die Ackerflächen um unseren Ort werden jetzt von wenigen privaten Landwirten bewirtschaftet. Ortansässige Bauern im Haupterwerb sind Kurt Joachim Szierbowski und Hans Joachim Wagner. Einer der ältesten Bauernhöfe ist das Grundstück von Kurt Lehmann. An diesem Gebäude steht die Jahreszahl 1710. Der Besitzer zu dieser Zeit konnte nicht ermittelt werden.

Hofeingang Wagner
Hofeingang Wagner
Seit 1762 gehörte dieser Hof dem Bauer Georg Schneidewind, danach Christiane Staub, geb. Schneidewind, um 1895 Friedrich Koch und ab 1927 Kurt und Elise Lehmann und später Eheleute Hans und Martha Wagner. So wurde dieser Hof immer weiter vererbt. Heute ist schon ein Enkel von Wagners in der Landwirtschaft tätig. Auch in der Gemeinde Augsdorf existiert ein Jagdbezirk. Er wurde seit 1990 an eine Jagdgenossenschaft verpachtet.

Früher gab es wie in den meisten Gemeinden auch in Augsdorf einen Hirten, Hutmann genannt. Er betreute etwa 370 Schafe, die im Volksmund als genügsame Pfennigsucher bezeichnet werden. Sie wurden auf bestimmten Flächen gehütet und auch über abgeerntete Felder getrieben. Nach Auflösung der LPG wurde auch die Schafzucht eingestellt. Die letzten Schäfer waren Rainer Fiedler, Dieter Noack und Horst Wicht, die somit ihre Arbeitsstelle verloren.

Bergbau im Umfeld von Augsdorf

Seit 1199 wurde im Mansfelder Land Kupfererz abgebaut. Zwischen Augsdorf und Hettstedt zeugen viele kleine Schieferhalden davon. Zunächst arbeiteten Bauern in sogenannten Schürfgruben nebenbei. Man trug die obere Deckschicht ab und räumte diese an die Seite. Erst später wurden zur Erleichterung des Abbaus kleinere Schächte geteuft. Im Jahr 1364 erhielten die Mansfelder Grafen das Recht, Bergwerke anzulegen. Ihr Reichtum vermehrte sich enorm. Zur Wende des 14. Jahrhunderts erlangte der Bergbau eine große Blüte.

In Augsdorf lebten schon im 15. Jahrhundert Bergleute, dies beweist die Nennung des Ortes in der Hüttenordnung der Grafen zu Mansfeld von 1487. Der 30- jährige Krieg brachte den Bergbau fast vollständig zum Erliegen, erst aus dem Jahr 1671 liegen uns Informationen über die langsame Wiederbelebung des Kupferschieferbergbaus vor. Die fortschreitende technische Entwicklung und die Einführung von Neuerungen im Bergbau (Entwässerung, Dampfmaschinen) förderten dessen weitere Ausbreitung. Nach und nach wurden Stollen in immer größeren Tiefe und Länge vorgetrieben.

Der Schlüsselstollen, gebaut in der Zeit von 1809 – 1879, sorgte für eine bessere Wasserführung im Bergwerk. Mit einer Länge von 31. 060 Metern führt er zur Saale und wird heute noch durch Mitarbeiter des Grubensicherungsdienstes teilweise mit Booten befahren und auf seinen baulichen Zustand überprüft. Mit dem Streckenbau einer Lokomotiv-Förderbahn in 750 mm Spurweite, die zur Eröffnung am 15. November 1890 eine Streckenlänge von 5,5 km hatte, wurde das Erz schnell zur weiteren Verarbeitung nach Hettstedt zur Kupferkammer Hütte transportiert.

Die Strecke führte nördlich von Augsdorf in Richtung Westen nach Hettstedt. Der Streckenbau zog sich über 40 Jahre hin, wobei das Mansfelder Land gleichzeitig auch besser verkehrstechnisch erschlossen wurde. Auch Anschlüsse zur Staatsbahn in der Form von Umladebetrieben wurden in den Bahnhöfen Hettstedt und Mansfeld (jetzt Klostermansfeld) eingerichtet. Sehr bald nach der Eröffnung dieser Verbindung erkannte man, dass sich die Bahn auch für die Beförderung der Beschäftigten zwischen ihren Wohnorten und den Schächten sowie Hütten eignete. Später war der Personenverkehr auch für die Öffentlichkeit zugänglich.


Wanderweg zum Schacht
Heute sind in Augsdorf die Wege zur Schachtanlage beliebte Ausflugsziele für Spaziergänger. Wo früher mal die Werksbahn fuhr, ist im Jahr 1999 ein schöner Wanderweg entstanden.
Zu besonderen kulturellen und politischen Veranstaltungen verkehrten sogar Sonderzüge zwischen Hettstedt, Helbra und Eisleben. Nach dem Rückbau der Hütten im Mansfelder Land ist die Bergwerksbahn mit ihren Haltepunkten ein unverzichtbares Industriedenkmal geworden. So finden zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Kindertag oder in der Vorweihnachtszeit Sonderfahrten statt, die in der Tagespresse bekannt gegeben werden. Viele Schulen, Kindertagesstätten oder Vereine nutzen diese speziellen Fahrten gern.


Zu besonderen kulturellen und politischen Veranstaltungen verkehrten sogar Sonderzüge zwischen Hettstedt, Helbra und Eisleben. Nach dem Rückbau der Hütten im Mansfelder Land ist die Bergwerksbahn mit ihren Haltepunkten ein unverzichtbares Industriedenkmal geworden.

So finden zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Kindertag oder in der Vorweihnachtszeit Sonderfahrten statt, die in der Tagespresse bekannt gegeben werden. Viele Schulen, Kindertagesstätten oder Vereine nutzen diese speziellen Fahrten gern.

Alte Halden Richtung Welfesholz
Alte Halden Richtung Welfesholz
Mit Erhalt der historischen Strecke von Klostermansfeld nach Hettstedt, der Anlagen, Fahrzeuge und der Einführung des Museumseisenbahnbetriebes ist der Mansfelder Bergwerksbahn Verein bestrebt ein Stück Deutscher Geschichte im Ostharz zu erhalten. Zur Freude vieler Eisenbahnfans, Berg- und Hüttenleute sollen hier noch oft dampfbespannte Züge an die einstige Bedeutung dieses Verkehrsmittels erinnern.

Augsdorf hat auf seiner Flur die große Halde des Paul-Schachtes und darüber hinaus sind weitere Halden ehemaliger Schächte zu sehen. Namensgeber für den Paul-Schacht war Paul Fuhrmann (1846-1900) ein Oberberg- und Hüttendirektor der Mansfelder Gewerkschaft. Am 21.08.1900 wurden die Arbeiten am Paul-Schacht begonnen. Er war der nördlichste der 3 Großschachtanlagen des Mansfelder Reviers.
Alter Paulschacht - Postkarte

Die anfängliche Tiefe von 575 m wurde 1948/49 auf 830 m nachgeteuft. Das Niveau der 11. Sohle lag bei 800 m, der Schacht war damit der tiefste in der Mansfelder Mulde. Die Höhe der Spitzkegelhalde liegt bei 104 m. 1913 arbeiteten 3.000 Mann und nach 1945 bis zu 2.500 Arbeiter dort. Kupfer wurde in Hütten aus dem Gestein geschmolzen. Schon Luthers Vater verdankte sein Einkommen einer Kupferschmelze in Klostermannsfeld und ermöglichte dem jungen Martin Luther das Studium.
Das Aussehen des Mansfelder Landes veränderte sich in den letzten 100 Jahren durch den Bergbau, überall entstanden Abraumhalden, die noch heute als Wahrzeichen zu sehen sind. Im Jahr 1909 entstand in Hettstedt das Kupfer- und Messingwerk, in dem viele Augsdorfer Bürger Arbeit fanden. Hier wurde aus den Nebenprodukten der Erzverhüttung, die Schlacke zu Wickelschlacken oder Pflastersteinen verarbeitet. Augsdorfer Straßen sind zu über 2/3 mit Mansfelder Schlacke gepflastert. Der Bergbau in unserer Region behauptete sich im letzten Jahrhundert gegen die anwachsende amerikanische Konkurrenz. Hauptgrund dafür war nicht die Leistung der Techniker und Ingenieure, sondern die gute Arbeit der einfachen Bergleute, aber auch die hohe Qualität des Kupfers. Im Laufe der Jahre zeigte sich der wahre Charakter der Kuxenbesitzer (Aktionäre) auch im Mansfelder Land. Sie beuteten die Bergleute aus, der Lohn reichte kaum für die Ernährung der Familie, so dass Jungendliche im Alter von 14 Jahren als Treckejungen Schwerstarbeit für wenig Geld verrichten mussten. Durch diese schwere Arbeit in der Jugend waren viele Bergleute schon sehr zeitig mit Krankheiten und Siechtum gezeichnet. Staublunge und Schwindsucht hatten ein leichtes Spiel.

Das oft einzige Vergnügen im Jahr, war der Besuch des Eislebener Wiesenmarktes. Bei „Knätzchen“(Gehacktes) und Bier konnte man seine Alltagssorgen für wenige Stunden vergessen. Den Kindern bot sich eine bunte Jahrmarktswelt, meist nur zum Bestaunen, denn sie hatten nur wenige Groschen zum Ausgeben. Ein Streik der Bergleute im Jahr 1909 für mehr Lohn war ergebnislos, ebenso der Treckejungenstreik im Jahr 1924.

Frauen arbeiten im Kläuberstall
Frauen arbeiten im Kläuberstall

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges zog man viele Bergleute zum Kriegsdienst ein, im Bergbau arbeiteten nun auch Frauen und Kriegsgefangene. Die Frauen, als Kläuberinnen trennten bei Wind und Kälte an den Schachthalden das „taube“ vom kupferhaltigen Gestein. Später kam dafür das Schwimm-Sinkverfahren auf. Im Jahr 1951 erhielt der Paul- Schacht einen neuen Namen, Otto Brosowski. Borsowski, ein Bergmann aus Gerbstedt, hatte die Fahne von Kriwoj Rog , die 1929 als Geschenk ins Mansfelder Land kam, in der Zeit des Faschismus versteckt gehalten. Die Schachtanlage behielt diesen Namen bis zu ihrer Schließung wegen Ertragsrückgang im Dezember 1969.

Der Beruf des Bergmanns war immer mit Gefahren verbunden. Hier einige Beispiele von Katastrophen,
die während des Abbaus an der Schachtanlage entstanden:

  • 9. bis 10. März 1952 ⇒ Wassereinbruch

  • 17. September 1958 ⇒ größter Wassereinbruch aller Zeiten im Mansfelder Bergbau,
    die Förderung musste bis zum Jahr 1959 eingestellt werden.

  • 22. bis 27. Juli 1968 ⇒ Ausbruch eines Grubenbrandes, die Förderung
    musste bis zum Jahr 1969 eingestellt werden.


Hier die Schilderung eines der schwersten Wassereinbrüche in der Mansfelder Bergbaugeschichte am 17./18. September 1958 im Otto-Brosowski-Schacht: Der Bergmann Hans Schöne berichtete: „Wasser war in das Grubengebiet eingedrungen, pro Minute etwa 15 m³. Die Flut war so gewaltig, dass sie eine Dunstwolke von Gasen vor sich her in Richtung Thälmannschacht drückte.“ Die 300 Kumpel mussten sich einen Fluchtweg in Richtung Thälmann-Schacht suchen, denn in ihrem Schacht konnten sie nicht mehr ausfahren, die zwei Förderungen waren durch den Wassereinbruch ausgefallen. Auf halben Weg waren sie gezwungen wieder umzukehren, denn eine Flutwelle von 60 bis 70 cm zischte mit weißen Schaumköpfen heran. Die Truppe der Steiger behielten einen klaren Kopf und führten dann alle eingeschlossenen Kumpel nach etwa 15 Stunden zur Schachtkrone Niewandtschacht hinaus.

Schließung der Schachtanlage

Am 12. Dezember 1969 lief die Produktion auch auf dem Brosowski-Schacht aus. Damit ging der Abbau von Kupfererz im Mansfelder Land zu Ende, die technischen Anlagen wurden im Jahr 1970 abgebaut.
Schachtanlage mit Höhenförderer
Schachtanlage mit Höhenförderer


Die dort tätigen Bergleute wechselten ihren Arbeitsplatz nach Nieder- und Oberröblingen. Nach Umbau der Räumlichkeiten des Otto-Brosowski-Schachtes fanden viele Beschäftigte wieder eine Arbeitstelle in einer Bergbau-Forschungsabteilung oder in der fernmeldetechnischen Gesprächszählerproduktion.

Firma Elektromontagen
Firma Elektromontagen


Mit der Umstrukturierung und der Privatisierung der Wirtschaft nach der Wende gingen auch diese Arbeitsplätze verloren. Heute erinnert außer der verbliebenen Spitzkegelhalde mit einer Höhe von 104 Metern und der abgedeckelten Schachtröhre nichts mehr an die ehemalige Bergbauproduktion. Einige private Unternehmen haben sich jetzt auf diesem Gelände angesiedelt, wie die EM Elektromontagen GmbH und der elfa Elektrofachgroßhandel GmbH.

25 Hektar Haldenfläche gehören seit Juli 1997 dem Schützenverein Gerbstedt und Umgebung e.V., der auf einem Plateau eine Schießsportanlage für Wettkämpfe errichtete.
Ein weiterer Teil des Betriebsgeländes ist verkauft. Hier werden von Joachim Wagner Schweine und Hühner und in der Außenanlage Galloway-Rinder gehalten.Der Bergbau und insbesondere auch der Otto-Brosowski-Schacht haben die Geschichte unseres Dorfes stark geprägt.

Jahrzehntelang war die Arbeit auf dem Schacht die wichtigste Einnahmequelle für unsere Einwohner. Ein rüstiger Rentner, der Herbert Wicht aus Heiligenthal fertigte in vierjähriger Arbeit den maßgeschneiderten Nachbau eines Teiles der Tagesanlage des Otto-Brosowski-Schachtes an. Er selbst hat in der Zeit von 1949 bis zur Schließung 1969 als Schlosser und Schweißer hier gearbeitet.

Firma Elektromontagen
Geschlossenes Werktor
Zu sehen ist das zweistrebige Fördergerüst, Wagenumlauf, Hängebank, ein Stück der Seilfahrtbrücke zur Kaue und Füllort 11.Sohle, mit 830 Meter Teufe die tiefste Schachtröhre, maßstabgerechter Nachbau von 1:200. Die nördliche Fördermaschine sowie der Aufzug zwischen Rasensohle und Hängebank, die Fördermaschine sowie die Förderkörbe zwischen Hängebank und Füllort sind beweglich.

Dieses Meisterwerk ist als Dauerleihgabe dem Mansfeld-Museum in Hettstedt zur Verfügung gestellt worden, damit die Nachwelt die Bergbautraditionen des Mansfelder Landes nicht vergisst.

Handel und Gewerbe

Augsdorf hatte schon in der Vergangenheit sehr viele ortsansässige Gewerbetreibende. So gab es Leinweber, Kalkhüttenbesitzer, Müller, Schmiede, Schlosser, Tischler, Schuhmacher, Schneider, Barbiere oder Haarschneider, Bäcker, Fleischer, Kaufleute, Hausschlächter oder Kohlenhändler.

Fleischerei Bruno Wölfert
Hier war früher die Fleischerei Bruno Wölfert
Eine weitere Fleischerei befand sich in der Pollebener Straße 1a. Der Fleischer Bruno Wölfert hatte dort sein Gewerbe bis 1939. Die Augsdorfer Bürger konnten ihre Schweine vom ihm schlachten lassen und holten sich je nach Bedarf frische Ware im Gegenwert für das gelieferte Tier. Unsere Bergleute, die vor ihrer Arbeit auf dem Weg zum Brosowski Schacht am Laden vorbei kamen, holten sich bei Wölfers zum Frühstück ihr „Knätzchen“. Die Hausschlächter hatten in den Wintermonaten sehr viel zu tun, denn ein Schlachtefest war ein be- sonderer Höhepunkt in der Familie.

Wer ein Grundstück hatte, fütterte sich für den Eigenbedarf ein oder mehrere Schweine oder er kaufte sich eins. Das Gemeindebüro stellte Schlachtscheine aus. In den Kriegs- und Nachkriegszeiten wurde auch ohne Genehmigung und ganz im Verborgenen geschlachtet, die Not machte die Menschen erfinderisch. Engpässe gab es vor allem bei der Beschaffung von benötigten Gewürzen und Därmen. Die Schweinehaut musste abgeliefert werden.

Bekannte Hausschlächter in Augsdorf waren: Friedrich Mädel, Fritz Bittner, Otto Elster, Friedrich König, Werner Anhelm, Rudi Eley, Karl Lessing u. a. Eine Fleisch- bzw. Trichinenbeschau war gesetzlich vorgeschrieben. Bis 1990 wurde sie von ausgebildeten Fleischbeschauern ausgeführt, Rosalinde Rumpf übte diese Funktion einige Jahre aus. Heute übernehmen vom Veterinäramt beauftragte Tierärzte diese Aufgabe. Die Hausschlachtung ging nach der Wende stark zurück, denn das Angebot an Fleisch- und Wurstwaren hatte sich verbessert. Heute gibt es nur noch selten Hausschlachtungen in Augsdorf, die dazu benötigten Schweine kaufen die Bürger vom Erzeuger oder halbe Schweine vom Fleischer.

In den Kirchenbüchern wird 1861 Gottlieb Wiese als erster Händler in Augsdorf erwähnt. Ab 1880 bis in die zwanziger Jahre hatte der Händler Hesse einen Laden im Kirchweg. Ein weiterer Krämerladen eröffnete um 1891 eine Frau Liselotte König in der Alten Dorfstraße 29. Von 1903 – 1917 wird als Kommissionär, Handelmann und Dorforgelspieler Friedrich Hermann Unbehau genannt.

Laden von Emil Müller in der Friedrichstraße 5
Laden von Emil Müller in der Friedrichstraße 5
Eine Kohlenhandlung in der Friedrichstraße 5 eröffnete Emil Müller, im Laden gab es Gemischtwaren und eine Wäscherolle. Er durfte auch im Auftrag der Gemeinde in einem separaten Raum Freibankfleisch verkaufen. Für die Kohlenhandlung wurden die Kohlen von Helmsdorf mit dem Pferdegespann herbeigeschafft. Nachdem 1910 der Bahnhof in Siersleben fertig gestellt war, lagerten diese dort in einem Schuppen. Der Schwiegersohn Otto Naumann führte die Kohlenhandlung und Gespannfuhrunternehmen von 1930 –1950 weiter. Die Kohlen wurden in den Haushalten mit einem Hunde- oder Pferdegespann ausgefahren. 1937 kostete ein Zentner Bündelbriketts 1,42 Reichsmark. Ein weiterer privater Kohlenhändler in der Hermannstraße 12 war Paul Meißner, der ein Pferdegespann mit Rappen besaß, die auch mal einen Leichenwagen zogen. Zeitweise unterhielt er auch einen Handel mit Tierfellen und war Vorsitzender der Jagdgemeinschaft. In der Ernststraße 1 bewirtschafte der Schlossermeister Gustav Bechstein eine Kurzwarenhandlung von 1902 – 1905. Nachfolger war Friedrich Turm, später bis 1961 sein Bruder Wilhelm Turm. Im Laden wurde mit Stoffen, Nähzubehör, Textilien und Sarotti-Süßigkeiten gehandelt 1926 eröffnete in der Wilhelmstraße 3 Max und Else Schröder einen Industrie- und Lebensmittelladen. Nach 1948 übernahm die Handelsorganisation (HO) das Geschäft bis zum Jahr 1973. Hier gab es u. a. auch Fernsehgeräte, Waschmaschinen und viele kleine Dinge, die im Haushalt benötigt werden.

Ein Kaufmann Paul Stade errichtete 1903 in seinem Wohnhaus in der Ernststraße 3 ein Gemischtwarenladen. Krankheitshalber verkaufte er sein Geschäft 1919 an einem W. Krüger und ab Mai 1930 übernahm der Kaufmann Arthur Müller dieses Geschäftshaus. Müller blieb bis 1958 selbstständig, danach übernahm bis 1990 der Konsum die Nutzung. Unsere Bürger hatten bei Müllers ein reichhaltiges Angebot an Industrie-, Schreibwaren, Textilien, Malerbedarf, Schuhe und Kurzwaren, so dass sie ihren Einkauf im Ort tätigen konnten. Im Hof in Wirtschaftsgebäuden befand sich eine Wäscherolle. Diese Dienstleistung fand regen Zuspruch. Unter anderem befand sich im Grundstück auch eine Aufkaufstelle für Hühnereier. Imker lieferten hier ihren Honig ab, der weiter geleitet wurde. Im Auftrag der VEB Geflügelwirtschaft Köthen verkauften Müllers auch Junghühner, kleine Enten und Gänse. Nachdem 1991 der Konsum die Nutzung des Ladens einstellte, gab es bis 1996 ein Shopping Center mit gleichem Warensortiment, erweitert mit Postservice und Lottoannahmestelle. Heute ist diese Verkaufseinrichtung nach Umbau zu einer Pension geworden.


Eine weitere Verkaufseinrichtung in unserem Ort befand sich in der Karlstraße 12. Hier hatte schon um 1904 der Kaufmann Ernst Schott, später ab 1908 Arthur Herbst ein umfangreiches Angebot mit Haushaltsgegenstände, Handwerkzeuge, Glas, Porzellan, Emaille, Nähmaschinen, Fahrräder, Bauutensilien, Farben und Drogerieartikel sowie eine eigene Kaffeerösterei anzubieten. Im Jahr 1926 übernahm die Konsumgenossenschaft Aschersleben diesen Laden mit Lebensmitteln und geringen Haushaltswarenanteil. Die Kaufleute Otto Krüger und Walter Osterburg waren hier tätig. Danach leitete ein Frauenkollektiv diese Verkaufstelle bis zu ihrer Auflösung 1990. Frau Martyniak kaufte später dieses Grundstück mit Ladeneinrichtung und verpachtete das Geschäft an die Handelskette SAMGROS. Diese Verkaufseinrichtung blieb bis April 2007 erhalten. Eine private Pächterin, Frau Gisela Dieringer, bot ein umfangreiches Warensortiment an. Die Einwohner erfuhren am Eingangsbereich des Ladens die neusten Bekanntmachungen der Gemeinde.

Schneiderwerkstatt Born Gustav-Koch Straße 6
Schneiderwerkstatt Born Gustav-Koch Straße 6
Der erste in Augsdorf namentlich erwähnte Schneider um 1683 war Johann Burckardt, er hatte in der Alten Dorfstraße 11 seine Schneiderwerkstatt. Viele seiner Nachkommen übten diesen Beruf aus. In der Zeit von 1863/64 zogen Vorfahren der Familie Born in die Gustav-Koch Straße 6 ein. In der Schneiderwerkstatt wurden viele Lehrlinge ausgebildet, die dort ihren Beruf erlernten.

Schneiderwerkstatt
Schneiderwerkstatt
Alfred und Karl Heinz Born waren die letzten Schneider; 1961 stellte Born sein Familienbetrieb ein. Weitere Schneider in Augsdorf arbeiteten in der Hermannstraße 16 (Salzborn), in der Pollebener Straße 1b (Kazmareck), in der Friedrichstraße 2 (Bolze) und im Mühlweg 1 (Rumpf).

Friseurmeister Meißner in Leipzig
Friseurmeister Meißner in Leipzig
Der erste nachweisbare Barbier von Augsdorf war Karl Pötsch (1848-1949) in der Gustav Koch Straße 4. Sein Lehrling Wilhelm Meißner, geb. 1889 erhielt 1922 in Leipzig den Titel Weltmeister der Herrenfriseure. Er war ein aufgeschlossener Mensch mit großem Interesse für technische Neuerungen, wie z. B. den Haartrockenapparat, den er in Deutschland einführte. Ein weiterer bekannter Haarschneider war Paul Zimmer. Er besaß ein Friseurgeschäft in der Alten Dorfstraße 29 von 1937-1953 und später richtete er einen Damen- und Herrensalon in der Gustav-Koch- Straße 1c ein. Er ging sein Handwerk noch bis ins hohe Alter nach und kam bei älteren und kranken Kunden ins Haus zum Haarschneiden oder Rasieren. 1962 verpachtete er den Salon an die „PGH Charmant Eisleben“. In dieser Zeit waren Frau Arndt, Frau Altdorf, Frau Gudrun Giuliani, Frau Gisela Hoppe und Frau Regina Weber im Salon beschäftigt. 1990 löste die PGH den Pachtvertrag und vom 01.03.1991 bis April 2007 führte Frau Dorothea Enkemeier den Friseursalon privat weiter. Viele Bürger der Gemeinde nutzen diese Einrichtung. Sie schloss aus gesundheitlichen Gründen den Salon.

Tischlerei Ketter
Tischlerei Paul Ketter in der Ernststraße 8
Die Bau- und Möbeltischlerei Paul Ketter in der Ernststraße 8, die von 1902 bis 1955 in Betrieb war, fertigte nicht nur Fenster, Türen und Möbel, sondern bei Bedarf auch Särge an. Später mussten die Augsdorfer zur Tischlerei Oskar Wagner nach Siersleben.

Die Bauern bauten u.a. auf ihren Feldern Flachs für die Weber an. Nachchweislich gab es ab 1683 in Augsdorf einen Leinwebemeister Andreas Bering-Roth. Dieses Handwerk setzte sich bis 1863 fort. Danach verliert sich die Spur des Handwerkes im Ort. Die Kalkhütten waren an den örtlichen Kalkvorkommen angesiedelt. Da der Rößberg zum größten Teil aus diesem Naturmaterial besteht, befand sich dort auf dem heutigen Grundstück, Mühlweg 3, eine Kalkhütte. Der Besitzer um 1857 war Friedrich August Schumann. Der Kalkhüttenbesitzer musste den abgebauten Kalkstein weiter bearbeiten. Da sich in der Umgebung unseres Ortes verschiedene Sandgruben befanden, sind viele alte Gebäude mit diesem billigen Naturprodukt erbaut worden. Je nach Antrieb gab es früher Wind- und Wassermühlen. Eine Windmühle befand sich 1858 auf dem Kirschberg, gegenüber des jetzigen Freibades. Eigentümer der Windmühle war der Kalkhüttenbesitzer August Müller. Sie wurde 1898 durch einen Sturm zerstört und wieder aufgebaut. Wie lange diese Mühle danach betrieben wurde, ist nicht bekannt. Eine Wassermühle stand auf dem Grundstück, Mühlweg 3. Das benötigte Wasser kam aus dem Ristebach. Ein Auffangbecken dafür befand sich auf dem Hof des Grundstücks. In den Jahren 1865/ 66 übernahm der Müller Hermann Weise das Grundstück.

ehemalige Schmiede
Schmiede im Hof Dorfstr.11
Nach 1900 wurde diese Mühle elektrisch betrieben, wie lange diese Mühle noch im Betrieb war, ist nicht bekannt. Früher war der Schmied für das Dorf eine wichtige Person. Man kann über eine lange Schmiedetradition in der Pollebener Str. 1 und in der Alten Dorfstraße 11 (bis etwa 1949) berichten. Als erster urkundlich nachweisbarer Schmied in Augsdorf wird um 1678 Hans Sturm genannt. In einer Schmiede wurden auch Schlosserarbeiten übernommen. Letzter Schmied in der Alten Dorfstraße 11 war Johann Pietsch. Später arbeitete er in einer Schlossererwerkstatt im VEG Hübitz.

Schlosserei Klimenta
Schlosserei Klimenta
In jüngster Zeit (1986-1998) hatte Rüdiger Klimenta in der Hermannstraße 20 eine Schlosserei. Der Sitz der Schlosserwerkstatt befand sich in der Nachbargemeinde Hübitz. Ein Schild am Eingangsbereich der Firma Pistorius erinnert noch daran. In einer Schmiede wurden auch Schlosserarbeiten übernommen. Letzter Schmied in der Alten Dorfstraße 11 war Johann Pietsch. Später arbeitete er in einer Schlossererwerkstatt im VEG Hübitz. ehem. Fa. Eckert.

Firma Eckert
Firma Eckert
Im Jahr 1991 gründete ein Betrieb in der Friedhofsstraße ein Gewerbe für Fenster, Roll-Laden und Jalousienbau. Er fertigte die Fenster für das Familienhaus der Gustav-Koch Straße 1 an. Sein Betrieb wurde 1998 eingestellt. Im Betriebsgelände, das aufgeforstet ist, wird Rotwild gezüchtet. In der Hermannstraße 13 a befindet sich der Firmensitz des Fliesenlegemeisters Ingo Mann, der in seinem Gewerbe seit dem 8. März 1999 tätig ist. Viele Objekte in der Gemeinde zeigen sein handwerkliches Können.

Die Bürgermeister der drei Gemeinden Siersleben, Augsdorf und Hübitz beschlossen im Jahr 1991 in der Flur Hübitz und ein Teil von Siersleben ein Gewerbegebiet zu erschließen. Im Jahre 1992 war die Grundsteinlegung für das gemeinsame Gewerbegebiet „Apfelborn“. Zu den ersten Gewerbebetrieben gehörten der Getränkegroßhandel, die Fensterbau-Firma Pistorius und die Firma Böttge. Später folgten noch einige, wie z. B. die Autolackiererei Werger und in der 2. Reihe ein Warenlager von EDEKA. Die Gewerbefläche ist gut erschlossen, die Zufahrtsstraßen sind asphaltiert und für die Kunden sind Parkbuchten vorhanden. Leider sind die Gewerbeflächen bis heute nicht voll ausgelastet. Die Familie Pistorius errichtete 1997 am Kirschberg ein Eigenheim.

Fensterbau-Firma Pistorius
Fensterbau-Firma Pistorius
Firma Böttge
Firma Böttge
Ein weiterer Meisterbetrieb wurde 2003 von Herrn Dennis Wernicke gegründet, der in der Pollebener Straße 9 eine Werkstatt für Holzverarbeitung und Zimmereiarbeiten eingerichtet hat. Der erste in Augsdorf erwähnte Schuhmacher in der Alten Dorfstraße 30 war Meister Caspar Dockhorn (von 1734 – 1871) und als letzte Schusterwerkstadt in der Alten Dorfstraße 29 war Meister Friedrich Haase bis 1927 tätig.



Ernststraße 1, hier befand sich die Schuhreparaturannahme
Ernststraße 1, hier befand sich die Schuhreparaturannahme
In jüngster Zeit gab es in der Ernststr. 1 bei Lieselotte Seidel eine Schuhreparatur-annahme der Firma Progema Eisleben in der Zeit von 1967–76, danach war es möglich in der Annahmestelle für Dienstleistungen in der Gemeindeverwaltung Schuh- und andere Reparaturaufträge abzugeben.

Gaststätten in Augsdorf

In der Vergangenheit gab es in Augsdorf viele Schankwirte. Sie waren sehr vielseitig in ihren Angeboten. So ernährten sie sich nicht nur vom Ausschank, sondern erweiterten ihre Tätigkeit mit anderen Berufszweigen, wie z. B. Fleischer, Lebensmittel oder auch Schuhmacher.

Gasthof zur Linde früher (Postkarte)
Gasthof zur Linde früher (Postkarte)
Die Gaststätte „Zur Linde“ lässt sich sehr gut bis in das Jahr 1789 zurückverfolgen. Hier gab es ununterbrochen schon einen Schankbetrieb mit Gemischtwarenladen und im Garten um 1900 eine Kegelbahn. Die Arbeiter- und Bergmannschützen hatten hier einen Vereinsraum. Damals wurde das Grundstück zur Alten Dorfstraße 23 zugeordnet. Im Jahr 1902 entstanden ein neues Wohnhaus und der große Saal und ein Jahr später der Gemischtwarenladen.

Gaststätte zur Linde in Augsdorf
Gaststätte zur Linde in Augsdorf
Im Jahr 1927 erwarb Johann Storch diese Gastwirtschaft, später waren die Gastwirtsleute Karl und Else von 1942 bis 1962 hier tätig. Die Bergleute kehrten gern nach der Mittagsschicht bei Storchs ein. Der Gastwirt steckte ein neues Fass an und ging zu Bett, abgerechnet wurde später. Storchs übernahmen zur Eröffnung des Freibades 1932 den Bierausschank. Ab Oktober 1962 übernahm die Konsumgenossenschaft die Führung der Gaststätte. Während dieser Zeit waren die meisten Wirtsleute Bürger aus Augsdorf. Im Jahr 1974 erwarb die Gemeinde den Saal von der Familie Storch und führte wichtige Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen durch. Eine transportable Kegelbahn wurde 1975 gekauft und aufgestellt. Diese Anlage wird von jüngeren und älteren Kegelfreunden noch heute regelmäßig genutzt.

Gemeindesaal
Gemeindesaal
Kegelbahn
Kegelbahn

Nach einer umfangreichen Modernisierung eröffnete Sven Storch im März 1992 die ehemalige Gaststätte wieder. Es finden im laufenden Jahr viele Familienfeiern statt. Ein Billardtisch ist für die Sportfreunde im zweiten Gastraum aufgestellt und findet regen Zuspruch. Da die Gaststätte zur Linde Räumlichkeiten aufgrund der Nachfrage nicht ausreichend waren, wurde am Grundstück ein Anbau errichtet. Hier ist ein neuer Vereinsraum entstanden, der Ende 2004 eingeweiht werden konnte.

Gasthof Grüne Laube
Am Grundstück der Gustav-Koch-Str. 4 baute der Fleischermeister Wilhelm Haftendorn 1906 Räume zur Gastwirtschaft „Zum Schwarzen Adler“ an. Im Garten stand auch eine Kegelbahn. Die Tochter von Haftendorn, die verheiratete Marie Pötsch führte die Gaststätte bis zu ihrer Schließung im Jahr 1929, danach nutzten die Post und die Kirche diese Gasträume. Eine weitere Gaststätte befand sich in der Schulstr. 5. Der erste nachweisbare Besitzer des Gasthofes „Zur grünen Laube“ war Julius Hunger. Ihm folgte von 1884 bis 1890 August Heinrich Suppe, dann bis 1910 der Kossath und Gastwirt Karl Beinemann. Zu dieser Zeit bestand schon der Saal mit einer Bühne und im Garten eine Kegelbahn. Der gegründete Theaterverein nutzte den Saal für seine Proben und Aufführungen. In der Gastwirtschaft trafen sich die „Bürgerlichen“, der Kriegerverein und die Bürgerschützen. Die Tochter des Gastwirtes Beinemann heiratete 1911 Friedrich Karl König. Das Ehepaar führte die Gaststätte und einen Laden für Gemischtwaren. Ab 1934 fanden im Saal Filmvorführungen statt.

Dorfkino
Dorfkino
Augsdorf hatte nun das erste Dorfkino im Kreis Eisleben gegründet, dass bis in den 80-ziger Jahren genutzt wurde. Mit der Entwicklung des Fernsehens an umfangreiche Programme im Wohnzimmer der Bürger nahm das Interesse an Kinofilmen ab. Der Sohn Herbert König übernahm 1947 die Gastwirtschaft und den Laden bis zum Jahr 1959, danach übergab er der Konsumgenossenschaft den Lebensmittelladen. Die Gaststätte blieb geschlossen. Im Jahr 1990 löste der Konsum den Pachtvertrag und die Tochter von Herbert König, Frau Gisela Schachner errichtetet nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ein Einkaufscenter, dass bis zur Schließung im Jahr 1995 die Bürger mit einem reichhaltigen Sortiment an Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs versorgte. Der ehemalige Kinosaal diente als Lagerraum. Nach Umbauarbeiten der Gewerbeflächen erweiterte die Familie Schachner ihre Wohnräume.

Gasthof zur Reichskrone
Gasthof zur Reichskrone
In der Ernststraße 2 erbaute der Bergmann Eduard Fallei 1902 ein Mehrfamilienhaus und eröffnete in der unteren Etage eine Gaststätte „Zur Reichskrone“. Der letzte Gastwirt Karl Lorenz war von 1932 bis 1957 hier tätig.

Gasthof zur Reichskrone 2007
Gasthof zur Reichskrone 2007
Hier befand sich auch ein Billardraum und am Durchgang zur Karlstraße eine Kegelbahn. 1963 erwarb die Gemeinde dieses Grundstück und richtete im ehemaligen Gastraum einen Kultur- und Versammlungsraum ein, den heute unter anderen die Volkssolidarität für ihre monatlichen Treffen nutzt. Hier wurden regelmäßig Werterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Eine umfangreiche Renovierung erfolgte im Jahr 2004.

Cafe der DSF im Freibad
Cafe der DSF im Freibad
Eine weitere Gaststätte im Dorf eröffnete im Jahr 1965 im Freibad das „Café der DSF“. Die erste Wirtin war Frau Miglo. Sie versorgte auch wie ihre Nachfolger die Besucher des Freibades mit Speisen und Getränken. Früher trafen sich dort die Jugendlichen zur Disko. Die nächsten Wirtsleute, wie Ch. Wagner, G. Göbel und M. Dusek richteten im Gastraum auch fröhliche Familienfeiern aus. Aus wirtschaftlichen Gründen schloss das Café zum 31.12.1991 und dient heute als Abstellraum. Der Verkaufskiosks, ein Anbau am Grundstück ist während der Badesaison weiterhin geöffnet. Die Familie G. Göbel eröffnete im Jahr 1993 in ihrem Grundstücks in der Pollebener Str. 12 einen Getränkehandel, der bis zur Schließung Ende 2005 von der Ehefrau weitergeführt wurde.

Das Sportlerheim nach dem Umbau 2000
Das Sportlerheim nach dem Umbau 2000
Eine weitere Ausschankmöglichkeit in den Gastraum des Sportlerheimes nutzen viele Bürger, vor allem Sportler. Zu Sportveranstaltungen werden hier Speisen und Getränke ausgeschenkt.
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